Arbeiten 4.0 – Produktivitätswachstum

In vielen entwickelten Volkswirtschaften ist die Geburtenrate schon seit vielen Jahren gering. Das langfristige Wachstum hängt daher vom Produktivitätszuwachs ab.

Dieses Wachstum hat sich aber z.B. in den USA seit 2004 sehr negativ entwickelt. Eine neue Studie zeigt auf, woran das liegen könnte.

US Produktivitätswachstum

Seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Produktivität der amerikanischen Volkswirtschaft nicht so entwickelt, wie dies langfristig notwendig gewesen wäre.

Hierfür gibt es unterschiedliche konkurrierende Erklärungsansätze, aber auf die eine Erklärung konnte man sich noch nicht einigen.

Das McKinsey Global Institut hat unter dem Titel „New insights into the slowdown in US productivity growth“ eine Studie vorgelegt, die eine Erklärung versucht.

Demnach sind dies die Gründe:

„low value-added growth during the recovery after the financial crisis; a shift in the composition of employment in the economy toward lower-productivity sectors; a lack of productivity-accelerating sectors after the financial crisis; weak capital-intensity growth; uneven rates of digitization across sectors, where the least digitized often are the largest sectors, with relatively low productivity; and diverging firm-level productivity, with slowing business dynamism.“

An der Aufzählung fällt besonders auf, daß Beschäftigung anscheinend in den Bereichen aufgebaut wird, die wenig produktiv sind. Und es bleibt zu bemerken, daß anscheinend die ungleichen Digitalisierungsraten der einzelnen Wirtschaftssektoren negativ zu Buche schlagen, wobei ausgerechnet die großen Sektoren noch die geringste Digitalisierung vorweisen.

Die Studie zeigt insbesondere den besorgniserregenden Trend, daß anscheinend nur noch eine geringe Anzahl von Wirtschaftssektoren gibt, welche die Produktivität vorantreiben. Und hier hält die Studie weiterführende Forschung für sinnvoll.

Unabhängig von weiteren Forschungen sind dies laut McKinsey the Dinge, welche die Politik bereits heute tun kann, um das Produktivitätswachstum zu verbessern:

  • Investitionen anregen.
  • Technologie und Innovation fördern.
  • Die Infrastruktur ausbauen und erneuern.
  • Die Produktivität im öffentlichen Sektor und in sonstigen geschützten Bereichen steigern.
  • Sich mit konkreten Maßnahmen auf die Verbesserung des Faktors Arbeit konzentrieren (Bildung, Talentmanagement, etc).
  • Technologie einzusetzen, um Energieerzeugung und Verbrauch produktiver zu machen (siehe Artikel „How technology is reshaping supply and demand for natural resources„)

Fazit

Die US Politik spricht derzeit davon, daß man von anderen Ländern übervorteilt wird. Deutschland – als Land mit hohem Handelsbilanzüberschuß – wird vorgeschlagen, den Überschuss abzubauen, indem man die Investitionen z.B. in die Infrastruktur steigert.

Wie man anhand der Studie erkennen kann, sind einige Probleme selbstgemacht  (geringe Steigerungen der Produktivität führen letztendlich zu einer verschlechterten Wettbewerbsposition).

Man kann aber auch erkennen, wie zentral Investitionen in Bildung, Infrastruktur (z.B. Breitbandinternet) oder die Bemühungen zur Steigerung der Produktivität der Wirtschaftssektoren ist, die hinterherhinken.

Gleichzeitig versteht man, daß und warum die Digitalisierung so wichtig ist: Diese bestimmt die Produktivität der Volkswirtschaft, und positive Impulse sind dringend notwendig, um das langfristige Wachstum aufrecht zu erhalten.

Weiterführende Informationen

Das Original dieses Artikels ist auf Der Produktmanager erschienen (©Andreas Rudolph). Folgeartikel zum Thema gibt es über die (→Mailingliste), oder indem Sie →mir auf Twitter folgen.

In der Online Version des Artikels finden Sie hier die versprochenen weiterführenden Links:

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