EU Code Week – Der Nachwuchs lernt das Programmieren

Ich habe gelesen, daß inzwischen über 90% aller Berufe Computerkenntnisse erfordern. Auch die Produkte, die wir zum Beispiel in Deutschland, aber auch weltweit herstellen, beinhalten mehr und mehr Software.

Dies läßt vermuten, daß IT Kenntnisse heute eine kulturprägende Bedeutung annehmen, die in früheren Generation vielleicht der Stift und das Papier hatte.

In der letzten Zeit laufen weltweit verstärkt Aktivitäten, die dazu dienen, junge Menschen, und Kinder an die Softwareentwicklung heranzuführen.

Die Bedeutung der Software

Auf der diesjährigen IFA in Berlin waren sehr viele Beispiele zu sehen, die zeigen, wie sehr und wie rasant Hardware und Software zusammenwachsen, und wie daraus vollkommen neue Produkte entstehen.

  • Beispielweise habe ich vor Ort mit Vertretern aus kleinen Unternehmen gesprochen, die daran arbeiten, ihre Produkte aus dem Gesundheitsbereich an eine Cloud anzubinden, um so vollkommen neue Services zu ermöglichen.
  • Oder ich sprach mit Forschern des Fraunhofer Instituts, die gezeigt haben, wie sie verteilte und an eine Cloud angebundene Minicomputer dazu benutzten, um Aussagen zur Fernseh-Empfangsqualität in einer Stadt zu machen.
  • Eigentlich alle Hersteller von Küchengeräten haben zum Beispiel Backöfen gezeigt, die man per Smartphone steuern kann.

Ob man nun in jedem Fall schon die nützliche Anwendung gefunden hat, oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. Fest steht jedoch:

  • Viele der Produkte sind ohne die Integration von Hard- und Software undenkbar.
  • Ohne das Wissen, wie man Software entwickeln kann, sind solche Produkte nicht umsetzbar.
  • Der Trend hin zu einer wachsenden Vermischung der Hard- und Software wird sich eher verstärken, einfach weil dies neue technische Möglichkeiten bietet.

Die spannende Frage für Eltern und Schüler sollte sein, wie sie sich schon heute solche Fertigkeiten aneignen können, die sie später benötigen, um beruflich fit zu bleiben. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Teilnahme an der EU Code Week
  • Besuchen eines Online Trainings, oder Arbeiten in einer spezialisierten Online-Community.

Teilname an der EU Code Week

Anfang Oktober findet die diesjährige EU Code Week statt (Teilnahme lohnt). Analoge Initiativen, die darauf abzielen, junge Menschen an die Softwareentwicklung heranzuführen, gibt es auch in anderen Ländern. Beispielsweise läuft in den USA eine solche Initiative unter dem Oberbegriff „Coding USA„.

Auch auf der erwähnten IFA in Berlin waren viele „kleinere“ Bildungsangebote zu sehen, die in eine analoge Richtung gehen.

Allen diesen Bildungsangeboten liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Sicherung der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit nur mit einer Bevölkerung gelingen kann, die Grundfertigkeiten in der Softwareentwicklung besitzt. Hierfür muss man früh anfangen, und will deshalb bewusst auch die jungen Kinder ansprechen.

Die diesjährige EU Code Week bietet die folgende Partizipationsmöglichkeiten:

„We invite you to either organize an event during the EU Code week or join an event that has been organized by other people. To add your event to our Coding Map of Europe please visit our events page. You can use our #codeEU Toolkit for organizers and a list of resources to help you get started.

If you need help or have a question you can get in touch with EU Code Week Ambassadors in your country.“

In den weiterführenden Informationen weiter unten finden Sie die notwendigen Links und Referenzen zu Offline-Trainings, auf die ich im nächsten Kapitel etwas näher eingehe.

Informationen im Web

Unter den Ressourcen der erwähnten Website der „EU Code Week“ finden sich viele weiterführende Informationen rund um das Thema „Softwareentwicklung„, und „Wichtigkeit der Software„- und von dort kommt man in der Regel weiter zu anderen relevanten Sites.

Um nur einige dieser Sites (zufällig gewählt) zu nennen, findet man dort die folgenden Inhalte:

  • Der Begriff des „Dojo“ stammt aus dem japanischen Sport und bedeutet soviel, wie „Trainingscamp„. Die Site CoderDojo bietet ein Trainingscamp für Programmierer, in dem interessierte Kinder Platz und Wissen finden, um konkrete eigene Projekte umzusetzen. Daneben verweist diese Website auf Dokumentationen rund um einzelne Programmiersprachen.
  • Oder das Entwicklungspaket „Scratch„, das es Kindern zwischen 8 und 16  erlaubt, interaktive Geschichten, Spiele oder Animationen zu entwickeln.

Auch werden Hinweise über Websites gegeben, die Online Trainings zu verschiedenen Themen anbieten. So wird z.B. die inhaltsreiche MIT Open Course Ware Site angepriesen, die ich hier auch schon einmal erwähnt habe.

Weitere Quellen

Die erwähnten Websites sind hilfreich. Jedoch sollten meiner Meinung nach auch die folgenden Angebote erwähnt werden, die dort nicht verzeichnet sind:

  • Rund um die Minicomputer „Raspberry Pi“ und „Arduino“ sind mächtige Communities entstanden, die einfach nachzuvollziehende Beispiele bieten, wie man mit Hardware, Sensoren und Software zu eignen Elektroniklösungen kommt.
  • Über die Podcasts bei iTunes U hat jedes Kind Zugriff auf Trainingskurse, die per Video angeboten werden.
  • Manche Bauteile der Lego Mindstorm Series oder die aus dem Hause Fischertechnik lassen sich kindgerecht programmieren, und erlauben es so bereits sehr jungen Kindern Dinge wie Roboter, autonome Fahrzeuge, etc zu bauen, und mit Intelligenz auszustatten.

Sie sehen also: Es ist wichtig, Kindern die Möglichkeit zu geben, das Programmieren zu lernen, und es ist gar nicht so schwer und teuer, sie auf ihrem Weg zu unterstützen.

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Das Original dieses Artikels ist auf Der Produktmanager erschienen (©Andreas Rudolph). Regelmäßige Artikel gibt es über die (→Mailingliste), oder indem Sie →mir auf Twitter folgen. In der Online Version finden Sie hier die versprochenen weiterführenden Links:

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