Qualität – Ein entscheidender Wettbewerbsfaktor

Neben den Features einer Software und dem Design der Benutzeroberfläche hat die Qualität aus der Nutzersicht eine besonders hohe Bedeutung.

Eigentlich galt ein hoher Qualitätsanspruch schon immer. Aber heutzutage ist die Qualität vielleicht noch wichtiger geworden, da viele Nutzer über ihre mobilen Devices eigenes technisches Know How besitzen, und damit einen eigenen Anspruch an ihre Software.

Der Wert der Qualität

Eine der wichtigsten Fragen in der Praxis ist wohl die Frage, welche Wertigkeit die Qualität besitzt, und welchen Wertbeitrag die Qualitätssicherung leistet.

Rolle der Qualität

Die erste Frage ist schnell zu klären: Je nach Firmenstrategie mag es vielleicht Abstufungen in Bezug auf die Wichtigkeit geben, die das Merkmal der „Produktqualität“ besitzt.

Trotzdem wird sicherlich keine Firma lange erfolgreich sein, deren Produkte oder Leistungen mit Qualitätsproblemen zu kämpfen haben. Daher hat die Qualität  der Produkte und Leistungen eigentlich überall eine hohe Bedeutung für den Unternehmenserfolg.

Wertbeitrag der Qualitätssicherung

Die zweite Frage nach dem Wert der Qualitätssicherung ist nicht so einfach zu beantworten, da der Nutzen einer Abteilung, wie der Qualitätssicherung ja immer auch relativ zu den Kosten der Alternative zu sehen ist.

Üblicherweise ist es mindestens aus den folgenden Gründen nicht so einfach, an harte Fakten zu kommen:

  • Es ist nicht einfach nachzuweisen, daß und wieviel Kosten die eigenen Tests sparen, da man hierfür ja wissen müßte, wieviel reale Bugs das Testen verhindert hat und was diese Bugs gekostet hätten.
  • Man kann nur schwer überprüfen, ob nun der Test zur besseren Qualität geführt hat, oder eine Verbesserung in der Softwareentwicklung (Zuordnungsproblematik).

Unbestritten ist jedoch, die Qualitätsicherung ist ein wichtiges Element in einer Entwicklungsstrategie.

Experten und Studien

Auf meiner Homepage finden Sie das Werbebanner einer Firma mit dem Namen „Applause„, die sich dem Thema Softwarequalität und Testen verschrieben hat.

Kommunikation

Über die entsprechende Homepage kommen Sie an diverse Studien und Whitepapers, die konkretere Fakten liefern.

Der dort zu beziehende Fachbeitrag „Communicating the Value of Quality Assurance“ gibt einige nützliche Hinweise für diese Wertargumentation gegenüber dem Management.

Beispiele hierfür sind:

  • So ist es generell wichtig, aufzuzeigen, daß das Testen nicht nur daraus besteht, automatisierbare Checks durchzuführen, sondern, daß das Unternehmen über das Testen an neue Informationen kommt, neue Risiken identifiziert, oder an neue Fragestellungen gelangt.
  • Oder man kann argumentieren, daß die Kosten, um einen Bug zu beseitigen normalerweise viel höher sind, je später man diesen Fehler findet. Im schlimmsten Fall, wenn erst der Kunde einen Bug findet, kann es sogar Reputation kosten.

Interessant sind auch die folgenden beiden (sinngemäßen) Zitate, wenn es darum geht, ob das Testen nicht durch methodische Änderungen im Entwicklungsprozess  obsolet gemacht werden könnte:

  • Das agile Entwicklungsmodell kann einen in trügerischer Sicherheit wiegen. Zwar kann man Bugs heutzutage viel einfacher korrigieren. Auf der anderen Seite verursachen Fehler die gleichen Reputationsprobleme und Kosten – unabhängig davon ob man im agilen Modell entwickelt, oder im Wasserfallmodell.
  • Qualität und Effizienz hängen eng zusammen. So kann das Reparieren einer schlechten Qualität schnell die zur Verfügung stehende Zeit aufbrauchen, oder kann man sich immense Probleme einhandeln, wenn man „technical Debt“ aufhäuft, die dann entsteht, wenn man Fehler nicht gleich beseitigt.

Metriken

Der dort veröffentlichte Fachbeitrag „New Metrics of App Testing“ behandelt einige interessante Ansätze zum Thema „Messen der Qualitätsparameter“.

Beispielweise erklärt dort ein Verantwortlicher aus dem Hause Microsoft einen Ansatz „Testing in Production“ mit dessen Hilfe man ein (getestetes) Produkt kontrolliert freigibt, um so Feedback aus dem Markt zu bekommen, über den man dann die letzten Fehler beseitigt (Dieser Ansatz hat mich stark an den Launch von Windows 10 erinnert).

Auch geht der Bericht auf die unterschiedlichen Ansätze ein, wie das „Data Mining“, das „User Performance Testing“, oder das „Experimentation for Design“, oder er zeigt auf, was man gegen Performanceprobleme tun kann.

Fazit

Insgesamt findet sich auf der zitierende Website ein breiter Fundus an Informationen und Unterstützung zum Thema Testen. Ich kann Ihnen die Site nur ans Herz legen.

Weiterführende Informationen

Das Original dieses Artikels ist auf Der Produktmanager erschienen (©Andreas Rudolph).

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