Big Data und Daten Journalismus

Daten werden nicht nur in den Unternehmen immer wichtiger, sondern auch im Bereich des Journalismus. Ein Google Newsletter gibt einen guten Überblick – und zeigt auch die Sorgen und Nöte der Journalisten mit der Digitalisierung auf.

Diese sind übrigens ganz ähnlich wie die in den Betrieben.

Beispiel

Gestern ist der neue Bundestag gewählt worden. Spiegel.de hat eine kartenbasierte Visualisierung veröffentlicht, die auf Wahlkreisebene zeigt, welche Partei wo und wie gewählt wurde (siehe „Hier wurde die Wahl entschieden (Spiegel.de)“ – Links, siehe unten).

Auf mehreren Karten werden Teilaspekte der Wahl beleuchtet, z.B. welche Partei wo besonders viele Stimmen geholt hat. Die wesentlichsten Interpretationen werden in einem Textblock zusammengefaßt, und der Leser kann auf einer Seite durch alle Grafiken scrollen, und bekommt so sowohl einen Überblick als auch Detailwissen.

Ich halte diese Form der Wahlberichterstattung für ein gutes Beispiel aus dem Bereich „Datenjournalismus“, um den es hier geht.

Weitere Projektbeispiele finden sich auf der Website „Data Journalism„, wie z.B. die Initiativen „Documenting Hate“  oder das Cross Checking Tool, das im französischen Wahlkampf eingesetzt wurde, um Berichte zu überprüfen.

Status

Der Artikel „The state of data journalism in 2017“ gibt einen Einstieg in Google’s Aktivitäten auf dem Gebiet des Datenjournalismus. Dort kann man auch Zahlen lesen, die verdeutlichen, wie wichtig der journalistische Teilbereich des Datenjournalismus ist:

„Today, this research shows that:

  • 42% of reporters use data to tell stories regularly (twice or more per week).
  • 51% of all news organizations in the U.S. and Europe now have a dedicated data journalist—and this rises to 60% for digital-only platforms.
  • 33% of journalists use data for political stories, followed by 28% for finance and 25% for investigative stories.

Daten finden demnach Einzug in fast der Hälfte der Berichte, wobei besonders politische Berichte auf Daten aufbauen. Die meisten Redaktionen beschäftigen dafür ausgebildete Datenjournalisten.

Data Journalism in 2017

Das PDF Dokument „Data Journalism in 2017 – The current state and challenges facing the field today“ geht ins Detail. U.a werden die Herausforderungen aufgelistet, vor denen die Journalisten stehen.

  • „53% of the sample saw cleaning, processing, and analyzing data as a speciality skill that requires extensive training, and not something all journalists have been able to pick up easily.
  • Survey respondents also discussed the time pressures they face as well as bottlenecks in the editorial process as a result of the limited bandwidth from dedicated data journalists. We found that 49% of data stories are created in a day or less.
  • Our research also found that data visualization tools are not keeping up with the pace of innovation. As a result, newsrooms are building their own solutions: a fth of data journalists use in-house tools and software.

Wie man sehen kann ist Zeit und mangelnde Ausbildung in mathematisch-statistischen Themen eine große Herausforderung. Anscheinend fehlen aber auch geeignete Visualisierungstools.

Weiterführende Informationen

Das Original dieses Artikels ist auf Der Produktmanager erschienen (©Andreas Rudolph). Folgeartikel zum Thema gibt es über die (→Mailingliste), oder indem Sie →mir auf Twitter folgen.

In der Online Version des Artikels finden Sie hier die versprochenen weiterführenden Links:

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